Die Minifigur in der Welt der Steine

40 Jahre LEGO Minifigur

Zum Jahreswechsel kommt man etwas ins Sinnen und ein jubiläumsreiches Jahres 2018 liegt hinter uns:

- Wie wird die kleine Figur eigentlich hergestellt und was steckt an Arbeit dahinter?

- Wie hat der Konzern LEGO für die Fans die Minifigur gefeiert?

- Das System der Verknappung und die Leidenschaft der Sammler

- Toys'r'us mit der Sonderrolle als Limited-Set-Herausgeber

- BaM in den Stores / LEGOland Discovery Centre - Preis / Leistung

All dies versuche ich im Folgenden zu berücksichtigen.

Die Produktion

Im LEGOland Deutschland gibt es eine Miniatur-Minifigur-Fertigungsstraße um zu versinnbildlichen, wie eine Figur hergestellt wird.

Die Minifigur ist nach wie vor gefragt - und die Bereitschaft für eine Figur auch mal fünf Euro auszugeben hier und da auch (Lebkuchenmann im Verkauf seit Oktober/November 2018).

An sich ist ein Sammelfiguren-Blindbag-Display ein perfekter Zusatzverkauf-Artikel, der gerne auch im Kassenbereich, der Quengelzone, ausgestellt wird. Die Minifiguren kosten zwar mittlerweile 3,99€ je Beutel - aber ist zum "eben mal mit-kaufen" noch voll im Soll! Und die Käufer, die Figuren auch schon mal für 2,99€ gekauft haben vor einigen Jahren, die sind die einzigen, die sich über die Preissteigerung aufregen - man sollte aber auch im Hinterkopf halten, wie Preise bei LEGO errechnet werden. Auf der eigenen Unternehmensseite haben sie im FAQ-Bereich zum Thema Preise zum einen gesagt, dass die Teileanzahl zugrunde gelegt wird, darüber hinaus jedoch auch die Anzahl der neu entworfenen Teile auch Lizenzen werden für höhere Preise als Grund aufgeführt. Sprich je gefragter die Minifiguren sind, desto mehr neue Spezial-Teile muss ich entwerfen lassen, mit Ton-Figuren, 3D-Scannern, Pcs und diversen Designerköpfen muss ersinnt werden, was man tut um Fans immer neu zu begeistern und anzusprechen. All das fällt, neben Gewinn fürs Unternehmen und auch den Händler, sowie Transport-, Verpackungs- und Personalkosten und auch Verluste durch Diebstahl selbstverständlich auch ins Gewicht zur Errechnung eines Preises. Und wer warten kann und will, der weiß 20% kriegt man das Jahr über immer mal wieder - oder Toys'r'us hat schon mehrfach Minifiguren für 2,50€ rausgehauen.

Sammelserie 40 Jahre Minifigur

Ganz offenkundig natürlich mit den 40-Jahre-Minifigur-Sammelserien-Figuren. Eine sehr schöne Sache - später dazu mehr - aber auch in diversen großen Sets, wie dem LEGO City Krankenhaus 60204 befinden sich elf Figuren, ein Skelett und ein Baby oder aber auch im Hauptstadt Set 60200 befinden sich 13 Figuren! Ein fest, da jede Figur ihr eigenes Design hat und eine andere Person darstellen kann.

Aber ist dieses breite auftreten der Minifiguren in größeren Sets wirklich was besonderes? Ich fürchte nicht, da in größeren Sets gern mehr an Figuren beigelegt werden. Das schöne, grad an den Stadt-Sets ist, dass die Möglichkeiten des Storytelling aber vor allem auch für die Kinder selbst das kreative Spielen beflügelt wird durch die Beigabe der vielen Minifiguren!

Was also bleibt ist die "Sonder-Serie" der 40-Jahe Minifigur Sammelserie Nummer 18. Viele Sammler haben jedoch erschüttert festgestellt, dass die Figuren etwas ausladender sind als bei anderen Serien und man schauen muss, wie man zB. die Torte in einen Sammelrahmen hinein bekommt.

Das System der Verknappung und die Problematik mit der Leidenschaft

Das schöne an Sammelserien ist, dass man über die Zeit selbst alle aktuellen Figuren sammeln kann und - Stück für Stück - immer mal wieder eine neue dazu kaufen kann. Das ist bei mir zumindest aber auch so eine Sache, die sicher auch bei vielen anderen so ist, "willste eine, willste alle!" Und das ist sowohl auf die einzelnen Figuren EINER Minifiguren Serie gemünzt, als auch auf ALLE Serien.

LEGO trifft hier einen wunden Nerv - die Sammelleidenschaft von Kindern (egal ob groß oder klein). Im Spätherbst stieß ich im Internet auf eine kurze Meldung, dass in Großbritannien die Blindbags der Minifigurenserie zu Fantastic Beasts & Harry Potter das meißtgekaufteste Spielzeug in sei.

Zur Erinnerung jedoch: in jedem Display (Großgebinde-Karton mit um die 60 Sammelfiguren in den Stores und Geschäften) befindet sich in der Jubiläumsserie und auch bei Fantastic Beasts / Harry Potter jeweils eine der Sammelfiguren nur ein einziges Mal drin.

Horrende Summen werden sofort nach Veröffentlichung der Displays für diese Sonderfiguren auf drittseiten zum Kauf dieser Figuren verlangt! 40€ für eine Figur (6 Teile - entspräche 6,66€ je Teil!) zu zahlen, ist es jedoch manchen wirklich Wert und das, obwohl die Limitierung auf eine Figur je Display weltweit bei Weitem keine Limitierung darstellt, wenn man überlegt, wie viele Displays weltweit distributiert werden! Aber so rollt der Rubel - von Aasgeiern und vom Einzelhandel.

Wer alle Figuren einer Serie haben möchte, kauft gleich n Display um sicher zu gehen, dass man alle bekommt oder wagt sich an die schon bald nach in den Verkauf nehmen neuer Displays zerpflügten Sammelfigurenhaufen. Das Glück gehört den Mutigen!

Abzuwarten bleibt, wie das nächstes Jahr mit den Neuen Minifiguren und der Ungleichverteilung der einzelnen Figuren werden wird, mit der Sammelserie zum Thema LEGO Movie 2 und der Zauberer von Oz!

Festzustellen bleibt, das jedes direkt verkaufte Display LEGO Geld einbringt. In den Stores bekommt man je person nur minimale Mengen - bei anderen Kaufhäusern bekommt man, wenn man jedoch ohne weiteres, ganze Displays. Künstliche Verknappung wirkt somit nur halb - schade Marketing-Fuchs!

Toys'r'us mit der Sonderrolle als Limited-Set-Herausgeber

Die Spielwarenkette Toys'r'us hat, trotz der Probleme des amerikanischen Mutterkonzerns und des Verkaufs der Geschäfte im deutschsprachigen Raum, auch dieses Jahr Bricktober-Sets herausgebracht. Erst als Beigabe (wobei es hierbei echt zu Immensen Unstimmigkeiten zwischen Bestellern und dem Unternehmen gekommen ist, weil die Beigaben erst zugesichert wurden und im Nachhinein storniert wurden) und späterhin für knapp 15€ als Kauf-Set.

Ich fürchte diese Tradition der Bricktober-Sets wird, mit dem Unternehmensverkauf, ihr Ende nehmen. Aber ob das wirklich eintreten wird, bleibt abzuwarten!

Build A Minifigure

Jeder LEGO-Brand-Store (außer die, nach dem Pop-Up-Store-Prinzip in den USA) und auch jedes LEGOLand bzw. LEGOland Discovery Centre hat die Möglichkeit, dass man sich aus fünf Teilen (Beinpaar, Oberkörper, Kopf, Kopfbedeckung und ein Gegenstand) Figuren zusammenbauen kann.

Über das Jahr gesehen gibt es sehr gute Möglichkeiten unterschiedliche Figuren zu generieren. Generell festzuhalten ist, dass überall jedoch ne gewisse Zeit vergeht, bis neue bisher noch nicht verbaute Teile in die Säulen / Schälchen kommen.

Tendenziell ist die Auswahl in den LEGO-Brand-Stores etwas größer.

Der Andrang ist überall gleich - man muss oft in zweiter Reihe über Erwachsene oder Kinder hinweg-schauen und versuchen Blicke drauf zu erhaschen, was grad neues da ist.

Der Preis je drei Figuren im Store 6,99 € (0,466€ je Teil) und in den LDC oder LL 7€ (0,466€ je Teil) scheint für viele Eltern und Großeltern oder AFOLs absolut erschwinglich zu sein... und wenn man in den Brand Stores noch auf ein Geschenk aus ist, ist es immer eine gute Idee etwas zu kaufen, was im regulären Handel nicht (mit den überall dann und wann üblichen 20%) zu bekommen ist.

Unendliche Möglichkeiten

Es müssen gar nicht die Fünf Teile an der BaM-Säule sein - meist reicht schon die Vielfalt der Beinpaare, Oberteile und Köpfe um eine Bandbreite an diversen Figuren darzustellen. Die Minifigur als Teil des Konstruktionsspielzeugkonzerns kann somit auch "eingebaut" werden in eine bestimmte Geschichte.

Anders als in der vorgeformten Gusstechnick des großen deutschen Pl-astikfiguren und Spielzeugherstellers - hier ist viel mehr vorgegeben.

Ein Patent auf die Minifigur bzw. auf die Abmessungen der Gesichtsbedruckung verhindert eigentlich die Plagiate durch Drittanbieter.

Aber dennoch gibt es leider Plagiatsfirmen, die das nicht zu stören scheint und so gut wie 1 zu 1 Sets und Figuren produziert. Auf Flohmärkten sehe ich es nicht ein an einem Stand 12 € für ne absolut seltene Star-Wars-LEGO-Figur zu zahlen - man weiß nie wo der Verkäufer diese her hat, wenn sonst gar kein LEGO auf dem Tisch zu sehen ist.

Die Minifigur hat in ihrem 40-jährigen bestehen jedoch auch einen Wandel vollzogen - anfangs war sie noch unbedruckt was das Gesicht angeht und aus Brick-ähnlichen Teilen zusammen gesetzt. Mittlerweile gibt es in allen Teilen Änderungen. Die Körperform ist im Grunde leicht abgewandelt gleich geblieben. Was den Oberkörper angeht, haben vor allem Prints sich verändert - sprich Gesichter werden um einiges aufwendiger bedruckt um einer Figur mehr Charakter zu geben. Aus anfänglichen Torso-Prints sind Prints auf Vorder- und Rückseite, sowie auf den Seiten der Armen und Beine geworden. Es gibt ganz normale Beine und seit Aufkommen der Lizenz der Sternenkriege auch kurze Beine oder für weibliche Figuren auch Rock-Elemente. Haare gibt es nach wie vor - aber auch Duo-oder Double Molds Haarteile mit Mütze o.ä. So kann das freudige zusammensetzen beginnen!

Fazit

Ich fürchte viele werden weiter sammeln, was das Zeug hält und ich werde mich ebenfalls über jede Minifigur freuen, die ich so noch nie in den Händen gehalten habe. Jeder hat seine Nische - dem einen die Serie, dem anderen das Ascessoire. LEGO Minifiguren sind und bleiben auf jeden Fall dreidimensionaler als Briefmarkensammeln.